Inhalt

Wir schreiben das Jahr 1910:
Die 11-jährige Margaretha lebt in einem idyllischen kleinen Örtchen im Steigerwald. Auf den ersten Blick hat sie keine besonderen Fähigkeiten, denn sie ist klein, schmächtig und taugt nicht für die körperliche Arbeit. Zwar ist sie gut in der Schule, dennoch scheint ihr Weg wie der aller anderen Mädchen vorgezeichnet als Bäuerin und Ehefrau.

Bis ihr eines Tages beim Spielen eine Murmel in ein Erdloch fällt.
Damit taucht sie ein in die spannende Welt uralter Sagen. Noch weiß sie nicht, dass sie selbst darin eine wichtige Rolle spielen wird, und ihre dabei neu gewonnen Erkenntnisse ihr ganzes bisheriges Leben in einem völlig anderen Licht erscheinen lassen. Ein spannender Historienroman zwischen Sage und Fantasy für Leserinnen und Leser aller Alterklassen.

Leseprobe

Verborgen in den tiefsten Tiefen des schönen Steigerwalds im zauberhaften Örtchen Büchelberg, wohin nur wenige überhaupt jemals ihren Weg finden, geschah es einmal, dass Margaretha die grüne Murmel verfehlte, die sie mit der blauen hatte treffen wollen.
»Vorbei, vorbei!«, rief schadenfroh ihre Freundin Katharina und brachte sich in Position, um selbst ihre Murmel anzustoßen. Dabei verdrängte sie ihre kleine Schwester Evi, die ihrerseits die Nächste sein wollte.
»He, ich bin jetzt dran!«
Doch Margaretha ärgerte sich weder darüber, nicht getroffen zu haben, noch beachtete sie den Zank der beiden Schwestern. Sie hatte nämlich beobachtet, wie ihre schöne kleine Glaskugel über die Murmelbahn hinaus gerollt war, die sie und die Freundinnen mit ihren blanken Füßen in den weichen Waldboden gezogen hatten. Am Ende ihres Weges war die Murmel in ein Mauseloch am Fuße eines Baumstumpfs gefallen. Vorsichtig versuchte sie nun, ihre Hand hineinzustecken, um das kostbare Spielzeug wieder herauszufischen. Aber zu ihrem Erstaunen passte nicht nur die gesamte Hand ganz wunderbar in die enge Tierbehausung, sie konnte sogar noch das Handgelenk und einen Teil des Unterarms hineinzwängen, ohne den Boden zu berühren.
Sorgsam schob sie mit der freien Hand den Ärmel ihres Sommerkleids nach oben, um ihn nicht schmutzig zu machen, denn sogar der Ellenbogen reichte schon in den Baumstumpf hinein.
Gerade als Katharina auf ihr Unterfangen aufmerksam wurde und sich wunderte: »Margret, was machst du denn da?“, steckte Margaretha auch noch die Schulter hinein. Und dann verlor sie vollends das Gleichgewicht und stürzte kopfüber hinab in eine geräumige Höhle. Sie sah keineswegs aus wie der Bau eines Tieres, denn der Boden bestand aus großen, gleichmäßigen Steinquadern, die Wände waren gemauert und mit samtenen Wandteppichen behangen und von der Decke hing ein üppiger Kerzenleuchter aus unzähligen funkelnden Kristallen.